Der Scheepjes CAL2016 – eine Reise geht zuende

Und nun ist er auch schon rum der CAL2016 von Scheepjes.

endergebnis02Die Zeit verging wie im Fluge und ich platze vor Stolz und bin gleichzeitig ein wenig wehmütig dass es vorbei ist. Ich möchte mich hier nochmal mit einem letzten Beitrag einer Zusammenfassung des ganzen Projektes widmen.

Wie die meisten wissen, war dieser CAL ein Herzensprojekt für viele. Ursprünglich entworfen von Marinke Slump (Wink), die so Viele mit ihrer Energie und Kreativität angesteckt hat und leider dem Kampf gegen die Depression erlag.
Ich durfte sie nicht kennenlernen und trotzdem habe ich nun nach all diesen vielen Wochen ein bisschen das Gefühl sie zu spüren. Jede der Designerinnen und auch ihre Familie haben in dieses Langzeitprojekt viel an ihrer Liebe und an Winks Spirit mit eingebracht. Die Trauer um einen wundervollen Menschen wandelte sich so auch ein bisschen in eine Ehrung, da so viele Menschen rund um die Erde das umsetzten, was sie mit ihrem Herz entworfen hat.

 

Auch der CAL ansich erinnerte mich sehr häufig an das Leben mit einer Depression. Vielen Teilnehmern gelang es nicht, sich an die unterschiedlichen Designer und Muster und Nadelgrößen anzupassen. Jede Woche war ein neues Abenteuer, manches fiel einem leichter, manches schwerer, aus den unterschiedlichsten persönlichen Gründen.

snailMich haben diese Erlebnisse berührt: Für mich war es nicht schwer mich anzupassen, denn mein Alltag fühlt sich genau so an. Ich habe selbst viele harte Jahre erlebt und es gehört für mich Tag für Tag dazu, mich an die unterschiedlichsten Dinge anzupassen.
Manchmal muss ich mich daran anpassen, dass mein Körper gerade nicht dazu in der Lage ist Leistung zu bringen. Dann stehe ich trotzdem auf und mache weniger.
Manchmal muss ich mich daran anpassen, dass alle um mich herum sich mit 200 km/h zu bewegen scheinen, während ich mich selbst wie eine Schnecke fühle. Dann krieche ich so vor mich hin, bewege mich in meinem Tempo und versuche die mir besonders nahestehenden nicht ganz zu verlieren und ihnen zu sagen „Hey, warte, ich kann gerade nicht so schnell!“
Manchmal fühle ich mich einfach nur überfordert mit all den Dingen die gleichzeitig passieren. Dann bleibe ich stehen, hole Luft und versuche erst einmal zu sortieren.
Manchmal überwältigt mich auch heute noch das Gefühl mein Leben nicht bewältigen zu können. Dann ziehe ich mich zurück, nehme mir Zeit für mich und meine Traurigkeit und meine Ohnmacht und lasse sie einfach da sein mit der Gewissheit: Morgen ist ein neuer Tag.
Es klingt so einfach und doch ist es so schwer, für Menschen mit oder auch ohne Depression. Das Leben ist wie das Meer, man kann sich den Wellen anpassen und sich tragen lassen oder man kann sich dagegen wehren, sich das Land herbeisehnen etc und wird dabei viel Wasser schlucken oder sogar ertrinken. Es ist eine Entscheidung.

bootWie Ihr merkt, bin ich bei diesem tollen Projekt auch an einige emotionale Punkte gekommen ;-).

Ich bin sehr froh, dass ich diese vielen Wochen zusammen mit all den anderen Menschen rund um die Erde bestritten habe. So viel Gemeinschaft, so viel Herz, es hat einfach noch viel mehr Spass gemacht als alleine an einem Werk zu arbeiten!

Ich glaube diese Decke werde ich auch bis ans Ende meiner Tage besonders in Ehren halten, erinnert sie mich doch an so Vieles.

Und nun ist es Zeit zu neuen Ufern aufzubrechen. Meine Kreativität ist in den letzten Monaten nach so langer Zeit wieder richtig erwacht, nun möchte sie auch ausgelebt werden. Ich bin sehr dankbar dafür, denn zum einen lebe ich von meiner Kreativität, zum anderen hält sie mich am Leben. Ein bisschen wie Wink.. nur dass ich sehr an meinem Leben hänge.

Also keine Sorge – bald hört Ihr von meinen nächsten Inselchen, die ich ansteuere!

 

 

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